Stadtgrün und Mobilität: Lösungen, die für Kaarst funktionieren

Stadtgrün und Mobilität: Lösungen, die für Kaarst funktionieren

Aufforstung mit Realitätsabgleich, neue Straßenbäume zwischen Driesch und Vorst und konkrete Entscheidungen für Bismarck- und Antoniusstraße: Im Mobilitäts-, Umwelt-, Klimaschutz- und Landwirtschaftsausschuss ging es um ganz unterschiedliche Themen – verbunden durch die Frage, wie ökologische und verkehrliche Ziele unter den tatsächlichen Bedingungen vor Ort sinnvoll umgesetzt werden können.

Aufforstung: Erst prüfen, dann entscheiden

Wie wichtig ein solcher Realitätsabgleich ist, zeigte erneut die Diskussion um die geplante Aufforstung in Vorst. Bereits 2024 war vereinbart worden, vor einer konkreten Umsetzung noch einmal zu prüfen, ob die damaligen Annahmen weiterhin mit dem tatsächlichen Bedarf, dem Stand des städtischen Ökokontos und den Flächenverhältnissen übereinstimmen.

Mit ihrem Antrag hatte die CDU diesen Realitätsabgleich erneut eingefordert und sich dafür ausgesprochen, zunächst keine Aufforstungsmaßnahmen umzusetzen.

Inzwischen hat die Verwaltung wesentliche Grundlagen dafür vorgelegt: In den Jahren 2026 und 2027 sind keine Aufforstungsmaßnahmen vorgesehen, eine Umsetzung steht frühestens ab 2028 an. Auch der aktuelle Stand des Ökokontos und der absehbare Bedarf wurden dargestellt.

Damit ist das zentrale Anliegen des CDU-Antrags zunächst erreicht. Die Fraktion hat ihn deshalb zurückgezogen. Am grundsätzlichen Ziel weiterer Aufforstungen hält die CDU fest.

„Wir wollen Aufforstung dort, wo sie ökologisch sinnvoll und tatsächlich erforderlich ist. Eine Entscheidung, die erst in einigen Jahren umgesetzt wird, sollte aber auf den dann aktuellen Verhältnissen beruhen“, erklärt Burghard Asche, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Dabei geht es der CDU nicht nur um eine einzelne Waldfläche. Bei einer späteren Entscheidung sollen auch andere geeignete Flächen sowie ökologische, landwirtschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.

Mehr Grün konkret umsetzen

Dass diese Haltung kein Nein zu mehr Grün bedeutet, zeigte sich gleich bei einem weiteren Thema der Sitzung. Die CDU unterstützt die weitere Planung zusätzlicher Straßenbäume zwischen Driesch und Vorst im Bereich „In der Delle“. Nun sollen Umsetzung, Kosten und mögliche ökologische Effekte konkretisiert werden.

„Die ökologische Entwicklung Kaarsts darf nicht auf eine einzelne Fläche reduziert werden. Entscheidend ist, dass dauerhaft mehr Grün entsteht – im Wald ebenso wie an Straßen, in Neubaugebieten und in unseren Stadtteilen“, so Asche.

Bismarckstraße: Einen guten Kompromiss jetzt umsetzen

Für die Bismarckstraße liegt nach einem langen Planungs- und Abstimmungsprozess eine fachlich abgestimmte Lösung für die Radverkehrsführung vor. Sie berücksichtigt Verkehrssicherheit und Radverkehr ebenso wie Parkmöglichkeiten und die Interessen der Anwohner.

Die CDU unterstützt diesen Kompromiss. Einen erst unmittelbar vor der Ausschusssitzung eingebrachten Ergänzungsantrag der SPD, Teile der Radverkehrsführung erneut überprüfen und verändern zu lassen, unterstützte sie nicht. Auch die Verwaltung hatte die Ablehnung empfohlen.

„Nach einem jahrelangen Planungsprozess muss ein fachlich abgestimmter und tragfähiger Kompromiss irgendwann auch umgesetzt werden“, betont Asche.

Antoniusstraße: Sicherheit und örtliche Interessen verbinden

In der Antoniusstraße unterstützt die CDU die notwendige Neuordnung des ruhenden Verkehrs, damit insbesondere Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge die erforderliche Durchfahrtsbreite erhalten.

Gleichzeitig wurde die Planung so nachjustiert, dass nicht mehr Parkraum als erforderlich entfällt. Der Stellplatz vor Hausnummer 31 soll erhalten bleiben, dafür entfällt der letzte Stellplatz auf der gegenüberliegenden Seite. Das Halteverbot soll außerdem bereits ab Hausnummer 94 beginnen, weil dort die problematische Kurvensituation einsetzt.

Damit sollen die notwendige Sicherheit für Feuerwehr und Rettungsdienst und die Interessen von Anwohnern und örtlichem Gewerbe möglichst gut miteinander verbunden werden.

Unterschiedliche Interessen zusammenführen

Die Beratungen im MUKL haben erneut gezeigt, dass bei vielen kommunalen Themen unterschiedliche Interessen und Anforderungen zusammenkommen. Bei Aufforstung und Stadtgrün ebenso wie bei Radverkehr, Verkehrssicherheit oder Parkraum sind deshalb Lösungen gefragt, die die konkrete Situation vor Ort berücksichtigen.

Nicht immer lässt sich dabei jede Erwartung gleichermaßen erfüllen. Umso wichtiger ist es, die unterschiedlichen Belange sorgfältig abzuwägen und nach Lösungen zu suchen, die für Kaarst langfristig tragfähig sind.

Autor: Burghard Asche